15. Oktober 2026

Interview mit Michael Willisch zum Relaunch von vivamos.org

Vom Spendenshop zur fundraising-zentrierten Website: Michael Willisch über den Aufbau des Vivamos Online Fundraisings mit Soulclick

Über den Case

Die Stiftung Vivamos setzt sich seit vielen Jahren für wirksame Entwicklungszusammenarbeit ein und arbeitet dabei eng mit lokalen Partner:innen zusammen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Wirkungsmessung, die durch Hochschulpartnerschaften erfolgt.

Bereits seit zwei Jahren nutzte die Stiftung Vivamos den Spendenshop von Soulclick – erste Online-Testkampangnen wurden umgesetzt. In einem zunehmend herausfordernden Umfeld für die Entwicklungszusammenarbeit, entschied sich Vivamos 2025, den nächsten Schritt zu gehen: Statt einer klassischen Webentwicklung mit Agentur setzte die Stiftung auf den SaaS-Ansatz von Soulclick und realisierte eine komplette Fundraising-zentrierte Website inklusive Spendenshop auf einer Plattform. Im Interview sprechen wir mit Michael Willisch über seine Erfahrungen, Learnings und die strategischen Überlegungen hinter diesem Entscheid.

 

Das Interview 

Lieber Michi, Vivamos bewegt sich im Umfeld der internationalen Entwicklungszusammenarbeit – aktuell ein Bereich unter starkem Druck. Wie nimmst du das Marktumfeld aus Fundraising-Sicht wahr?

Wie der gesamte Sektor spüren auch wir die Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Grosswetterlage: EZA-Budgets auf staatlicher Ebene werden gekürzt, Privatpersonen müssen sich mit höheren Lebenshaltungskosten auseinandersetzten, was sich natürlich auch auf die Spendenbereitschaft auswirkt. Wachstum ist für uns nur noch in sehr wenigen Bereichen möglich, z.B. im Stiftungsfundraising. Aber auch dort nimmt der Verdrängungswettbewerb stark zu, wie das im Privatspenden-Segment schon länger der Fall ist.  

 

Öffentliche Gelder werden also knapper, private Spender:innen sind schwieriger zu gewinnen und viele Hilfswerke buhlen um denselben Kuchen. Was bedeutet das konkret für eure Fundraising- und Kommunikationsarbeit?

Als kleine Organisation müssen wir uns gut überlegen, wo wir unsere beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen einsetzen respektive wo wir einen Hebel haben. Nebst dem Stiftungsfundraising setzen wir stark auf Online Fundraising. In der Kommunikation besteht die Herausforderung darin, mittels einer geschärften Positionierung unsere Unterstützer:innen zu überzeugen, warum sich eine Spende für Vivamos lohnt. 

 

Ihr habt bereits rund zwei Jahre vor dem Website-Relaunch mit dem Spendenshop von Soulclick gearbeitet und erste Online-Kampagnen umgesetzt. Was hat euch diese Phase über euer digitales Fundraising gelehrt?

Wichtigstes Learning: Eine gut funktionierende Kampagne mit viel Traffic nützt wenig, wenn dieser auf der Website nicht konvertiert, sei es in Form von Leads oder Spenden. Dazu müssen die Strukturen im Hintergrund funktionieren. So haben wir einen Schritt zurück gemacht, um eine saubere Digital-Strategie zu entwickeln. Dabei kam auch schnell heraus, dass vor der Kampagnenarbeit erstmal Grundlagenarbeit ansteht. Zum Beispiel unser Newslettertool mit unserem CRM zu verbinden, saubere Trackings einzurichten etc.

 

Wann war für euch klar: Ein isoliertes Spendentool reicht nicht mehr – wir müssen den gesamten Webauftritt neu denken?

Während der Entwicklung der Digital-Strategie wurde schnell klar, dass unsere Website als Herzstück des Online Fundraisings nicht mehr unseren Ansprüchen genügt. Und wie schon erwähnt, findet in der digitalen Journey ein Bruch statt, wenn man von einer gut gestalteten Kampagne auf eine veraltete Website geführt wird. Zudem hat sich der Zeitpunkt angeboten, da wir in dieser Zeit ein Rebranding durchgeführt haben, welches sich visuell natürlich auch im Webauftritt widerspiegeln musste.   

 

Statt mit einer klassischen Webagentur zu arbeiten, habt ihr euch für eine Produktlösung im SaaS-Ansatz entschieden. Warum habt ihr diesen Weg eingeschlagen?

Aufgrund des Zeitdrucks und gleichzeitig laufenden Rebranding-Projekts hat sich eine Produktlösung für uns angeboten. So konnten wir bestehende Bausteine übernehmen, diese visuell an unsere Bedürfnisse anpassen und sehr schnell unsere Inhalte abfüllen, anstatt viel Zeit mit den klassischen Entwicklungsschritten einer Website zu verbringen. Da wir intern kein technisches Know-how zur Weiterentwicklung der Website haben, sind wir froh, dass Soulclick im Hintergrund alles am Laufen hält und mittels regelmässiger Product Releases auch konstant neue Features und Verbesserungen entwickelt.

 

Gibt es Dinge, die heute einfacher sind als früher – oder neue Möglichkeiten, die ihr vorher gar nicht hattet?

Wir können zum Beispiel schneller Spendenaktionen aufsetzen und diese an geeigneten Stellen auf der Website verlinken, also selbständig eine flüssige digitale Donor Journey bauen. Zudem kam uns die einfache Anpassbarkeit der visuellen Elemente ohne Agenturunterstützung sehr entgegen im Kontext des Rebranding-Prozesses. Insgesamt müssen wir uns nicht mehr um technische Fragen kümmern und können uns konsequent auf Inhalte, Storytelling und Kampagnen fokussieren.

 

Vor dem Relaunch gab es auch gleich noch ein Brand-Facelift inklusive Änderung der Wortmarke von Vivamos Mejor zu Vivamos. Wie habt ihr das mit einem kleinen Team alles unter einen Hut gebracht?

Wir sind uns gewohnt, als kleines Team mit wenig Ressourcen schnell pragmatische Lösungen umzusetzen. Kurze Entscheidungswege und agile Partner:innen auf Augenhöhe sind dabei natürlich hilfreich, sowohl im digitalen als auch gestalterischen Bereich.

 

Wenn du zurückblickst: Was waren die wichtigsten Learnings aus dem Projekt für euch als kleinere NPO? 

Unter digitalem Fundraising haben wir früher erstmal Kampagnenarbeit verstanden. Wenn diese aber nicht in eine ganzheitliche Strategie eingebettet ist resp. die Systeme im Hintergrund nicht darauf ausgelegt sind, verpufft der ganze Traffic ziemlich schnell wieder. Da mussten wir also nochmals zurück auf Feld 1 und uns zuerst der Grundlagenarbeit widmen. 

 

Zum Schluss noch ein Blick nach vorne: Welche Rolle wird die Plattform von Soulclick in eurem künftigen Kommunikations- und Fundraising-Mix spielen und wie geht’s konkret weiter?

Nachdem die digitalen Grundlagen gelegt sind, fokussieren wir wieder mehr auf die Kampagnenarbeit. Da sind wir dabei herauszufinden, welche digitalen Kanäle für unsere Ziele am besten funktionieren.

 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview und die positive Zusammenarbeit, lieber Michi. Wir wünschen dir und deinem Team weiterhin viel Erfolg beim Aufbau des Online Fundraisings.

Natalie Kiontke

Natalie Kiontke

Head of Communications & Customer Success

Natalie ist unsere Expertin für Kommunikation und die gute Fee für unsere Kund:innen.